{"id":408,"date":"2014-03-28T17:55:33","date_gmt":"2014-03-28T15:55:33","guid":{"rendered":"http:\/\/bettinakhano.de\/start\/?p=408"},"modified":"2014-09-29T21:48:34","modified_gmt":"2014-09-29T19:48:34","slug":"oldenburger-kunstverein-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/bettinakhano.de\/start\/oldenburger-kunstverein-2\/","title":{"rendered":"Oldenburger Kunstverein"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_413\" style=\"width: 222px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/bettinakhano.de\/start\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/OLDENBURG_Einladung_Khano_RZ_r\u00fcckseite.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-413\" class=\"wp-image-413\" src=\"http:\/\/bettinakhano.de\/start\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/OLDENBURG_Einladung_Khano_RZ_r\u00fcckseite-212x300.jpeg\" alt=\"OLDENBURG_Einladung_Khano_RZ_r\u00fcckseite\" width=\"212\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/bettinakhano.de\/start\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/OLDENBURG_Einladung_Khano_RZ_r\u00fcckseite-212x300.jpeg 212w, http:\/\/bettinakhano.de\/start\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/OLDENBURG_Einladung_Khano_RZ_r\u00fcckseite.jpeg 453w\" sizes=\"auto, (max-width: 212px) 100vw, 212px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-413\" class=\"wp-caption-text\">Einladungskarte zur Ausstellung<\/p><\/div>\n<p class=\"p1\"><strong>Bettina Khano\u00a0<\/strong>28.3. 2014 \u2013 18.5.2014<br \/>\n<strong>Oldenburger Kunstverein<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"p1\">Hier und woanders, davor und dahinter, anwesend und abwesend zugleich. Bettina Khanos Arbeiten konstruieren Erfahrungsr\u00e4ume, in denen sich die Ambivalenz gegenw\u00e4rtiger Existenz in exemplarischer Weise nachvollziehen l\u00e4sst. Ihre Setzungen changieren zwischen Bild und Objekt, die von ihr verwendeten Materialien sind k\u00fchl-technoid und verm\u00f6gen es doch, geradezu magische Oberfl\u00e4cheneffekte herzustellen, die den Betrachter nicht nur visuell, sondern mit seiner gesamten K\u00f6rperlichkeit einbeziehen. Es entstehen Szenerien, die formal an die erweiterten Situationen der Minimal Art erinnern, in j\u00fcngster Zeit aber auch die Vorstellung konkreter R\u00e4umlichkeiten evozieren, eines Schlafzimmers etwa oder eines Salons. Hierf\u00fcr kn\u00fcpft sie an die B\u00fchnenhaftigkeit oder Theatralit\u00e4t an, die seit der Minimal Art als Merkmal raumbezogener, raumbildender Kunst gilt. Gleichzeitig verwendet sie Mittel und Verfahren, die tats\u00e4chlich aus den Bereichen des Theaters und des Kinos stammen. Lose und flexibel befinden sich einzelne Exponate im Raum, solit\u00e4r und doch auf eine bestimmte Art und Weise miteinander verbunden, durch ihre Materialit\u00e4t, durch ihre Platzierung, durch eine Atmosph\u00e4re. So ger\u00e4t nicht zuletzt die Ausstellung selbst in den Fokus und mit ihr jener Raum, der nach wie vor das Machen, Zeigen und Betrachten von Kunst bestimmt: der White Cube.<!--more--><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Angelockt werden wir durch ein skulpturales Objekt, das sich in seiner Erscheinung einer materiellen Zuordnung widersetzt (<i>HD RF-1025<\/i>, 2014). Mal scheint es wie ein weicher, samtiger Umhang, der gerade mitten im Raum abgestreift und achtlos liegengelassen wurde, mal wirkt die schillernde Oberfl\u00e4che hart und kalt, wie ein Gesteinsfelsen. Welcher Sph\u00e4re entstammt dieses Material und worin besteht sein \u00fcblicher Gebrauch?<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_945\" style=\"width: 221px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/bettinakhano.de\/start\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/OLDENBURG_Einladung_Khano_Titel.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-945\" class=\"wp-image-945 size-medium\" src=\"http:\/\/bettinakhano.de\/start\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/OLDENBURG_Einladung_Khano_Titel-211x300.jpg\" alt=\"Einladung_Khano_03.indd\" width=\"211\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/bettinakhano.de\/start\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/OLDENBURG_Einladung_Khano_Titel-211x300.jpg 211w, http:\/\/bettinakhano.de\/start\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/OLDENBURG_Einladung_Khano_Titel.jpg 595w\" sizes=\"auto, (max-width: 211px) 100vw, 211px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-945\" class=\"wp-caption-text\">Titel der Einladungskarte<\/p><\/div>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Ein Paravent, der sich grazil durch den Raum schl\u00e4ngelt, stellt sich uns in den Weg (<i>Screen<\/i>, 2014). Konzipiert um vor Blicken und Wind zu sch\u00fctzen, Inseln des Privaten und Intimen zu schaffen, markiert der Raumtrenner eine Grenze, auch wenn diese fragil und beweglich bleibt. Schlie\u00dflich lassen sich bestehende R\u00e4ume mit Hilfe des Paravents auf einfache Weise umstrukturieren. Der Paravent faltet ein Au\u00dfen in das Innere eines Raumes ein und umgekehrt. Dies umso mehr Glasfl\u00e4chen unvermutet Blicke zulassen, w\u00e4hrend im n\u00e4chsten Moment der Blick durch eine Spiegelung zur\u00fcckgeworfen wird.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Der Spiegel ist eine zentrale Metapher in den Theorien des Kinos. Wie das Bild des Spiegels erweckt das Filmbild den Eindruck unmittelbarer Anwesenheit, w\u00e4hrend das, was wir sehen, uns doch absolut unzug\u00e4nglich bleibt. Ein Bildschirm zeigt einen Film, der das Kino selbst zum Thema macht (<i>KINO<\/i>, 2012). Es erscheint als Schriftzug, als Objekt, als Vergehen von Zeit, als Verlauf von Tages- zu Kunstlicht.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Kunstlicht ist auch das Material, mit dem ein Scheinwerfer in einem schmalen Gang ein gro\u00dfes rechteckiges Lichtfenster auf die Wand wirft (<i>Lichtrechteck<\/i>, 2014). Aus der Ferne formt der Kegel des Lichts einen K\u00f6rper, von Nahem verwandelt er sich in eine leuchtende Fl\u00e4che auf der Wand.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Auf der anderen Seite der Wand, genau an derselben Stelle, h\u00e4ngt ein Vorhang. Von au\u00dfen dringt warmes Licht herein, die Streben des Fensters zeichnen ein Muster, der Schattenriss eines Strauches ist zu erkennen (<i>Drau\u00dfen<\/i>, 2014). Die Befragung des Raumes und seiner Grenzen, das Spiel von Anwesenheit und Abwesenheit, von Durchblicken und dem Zur\u00fcckwerfen des Blicks findet sich auch in dieser Arbeit wieder. Denn tats\u00e4chlich handelt es sich nur um das Bild eines Fensters, einen Druck auf wei\u00dfem Leinen. W\u00e4hrend die Arbeit einerseits die Vorstellung auf die Welt au\u00dferhalb \u00f6ffnet, betont sie andererseits die Abwesenheit dieser Welt und wirft uns auf unsere Anwesenheit hier vor Ort zur\u00fcck.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Hier, das ist ein Raum im Raum im Oldenburger Kunstverein, die Kulisse eines White Cube, eingestellt in den gr\u00f6\u00dferen Ausstellungssaal. Der durch das Fenster dringende Lichtkegel, so scheint es, durchquert den Raum bis er auf die Aluminiumoberfl\u00e4chen des dem Vorhang gegen\u00fcber platzierten Diptychons (<i>Davor<\/i>, 2014) trifft. Der Raum selbst kommt zur Auff\u00fchrung und mit ihm jene Ort- und Bezugslosigkeit, die zugleich die Problematik und das Potenzial des White Cube ausmachen: Die notorische Abgeschiedenheit von der kulturellen und sozialen Wirklichkeit einerseits erm\u00f6glicht andererseits, immer wieder aufs Neue eigene Welten entstehen zu lassen, in denen sich die Bedingungen und M\u00f6glichkeiten der Welt da drau\u00dfen erproben, erforschen und er\u00f6rtern lassen.<\/span><\/p>\n<p class=\"p2\">J\u00f6rn Schafaff<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bettina Khano\u00a028.3. 2014 \u2013 18.5.2014 Oldenburger Kunstverein &nbsp; Hier und woanders, davor und dahinter, anwesend und abwesend zugleich. Bettina Khanos Arbeiten konstruieren Erfahrungsr\u00e4ume, in denen sich die Ambivalenz gegenw\u00e4rtiger Existenz in exemplarischer Weise nachvollziehen l\u00e4sst. 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