{"id":567,"date":"2014-09-22T14:39:54","date_gmt":"2014-09-22T12:39:54","guid":{"rendered":"http:\/\/bettinakhano.de\/start\/?page_id=567"},"modified":"2014-09-23T18:07:34","modified_gmt":"2014-09-23T16:07:34","slug":"text4","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/bettinakhano.de\/start\/info-2\/texts\/text4\/","title":{"rendered":"Marc Gl\u00f6de"},"content":{"rendered":"<h3 class=\"p1\"><\/h3>\n<h4 class=\"p1\"><em><span class=\"s1\">Aufl\u00f6sungen \u2013 Erscheinungen<\/span><\/em><\/h4>\n<p><em>\u00bbIhm war, als lasse nicht alles sich ganz gew\u00f6hnlich an, als beginne eine tr\u00e4ume-<br \/>\nrische Entfremdung, eine Entstellung der Welt ins Sonderbare um sich zu greifen.\u00ab<\/em><br \/>\n<span class=\"s1\">\u2014<\/span>Thomas Mann<\/p>\n<p><span class=\"s1\">Wie \u00fcber Aufl\u00f6sung schreiben? Wie \u00fcber Entgrenzungen, Verdichtungen, Immer-<br \/>\nsionen und all diese Themen, die sich kaum greifen lassen und die Bettina Khanos<br \/>\nArbeiten durchziehen wie ein Strudel. Es sind Themen, die sich immer wieder in<br \/>\nden Erfahrungsr\u00e4umen ihrer Arbeiten akkumulieren, verdichten und in Oszillati-<br \/>\nonen f\u00fchren, die sich zwischen verunsichernder Unfassbarkeit und erschreckender<br \/>\nIntensit\u00e4t abspielen. Ihre Arbeiten produzieren eine Unwucht, bringen die Betrach-<br \/>\nter physisch wie geistig aus der Balance. Und wird man derart an die Grenzen<br \/>\ndes eigenen Sensoriums gef\u00fchrt, stellt sich die Frage nach einer eigenen Position,<br \/>\ninsbesondere wenn diese zu einem schriftlichen Amalgam werden soll, mit aller<br \/>\nWucht: Wie soll man diese Potenziale und Erfahrungen, die Khanos Arbeiten<br \/>\nbergen, in Worte fassen? Subtile Atmosph\u00e4ren&#8230;. <\/span><\/p>\n<p><span class=\"s1\"><em>\u00bbUnd immer das gleiche Bild. Man hat zwei Augen zuviel. Nur in der Nacht manch-<br \/>\nmal glaubt man den Weg zu kennen. Vielleicht kehren wir n\u00e4chtens immer wieder<br \/>\ndas St\u00fcck zur\u00fcck, das wir in der fremden Sonne m\u00fchsam gewonnen haben? Es<br \/>\nkann sein.\u00ab<\/em> \u2014<\/span>Rainer Maria Rilke<\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Mal um Mal setzt man an, zu formulieren. Doch jedes Wort erscheint als ein Wort<br \/>\nzu viel. Unzul\u00e4nglichkeiten. Bereits im Schreiben werden Worte schal und eher zu<br \/>\neiner Art Gewalt gegen\u00fcber den sensitiven Arbeiten. Worte werden zu Beton-<br \/>\nfl\u00e4chen, welche die fragilen Strukturen mit extrem kurzen Halbwertszeiten zer-<br \/>\ndr\u00fccken&#8230; Wie also Schreiben \u00fcber Spiegelungen, Feinstoffliches, Verschwindens-<br \/>\nprozesse und Dysfunktionalit\u00e4t? Eins wird schnell klar: Khanos Arbeiten wider-<br \/>\nstreben einem Schreiben \u00fcber Kunst, denn sie fordern vielmehr ein Schreiben mit<br \/>\nder Kunst. Auf der weiteren Suche nach Worten, die sich in Beziehung zueinan-<br \/>\ndersetzen, ger\u00e4t man dann zu anderen Strukturen, wie den scheinbar elementaren<br \/>\nBedingungen einer Bewegung zwischen Arbeiten und Schrift. Mein Schreiben zeigt<br \/>\nsich als Prozess in einem von Institutionen, Erwartungen und M\u00e4chten durch-<br \/>\nzogenen Raster. Schreiben, um in M\u00e4rkten zu positionieren, sich einzuschreiben.<br \/>\nSchreiben in einem Katalog, f\u00fcr einen Verlag, eine Ausstellung, eine Messe.<br \/>\nSchreiben als Kurator, Kritiker\u2026Freund\u2026Die zielf\u00fchrenden Lineaturen eines<br \/>\nFunktionalismus treten auf den Plan \u2013 Argumentationslinien, Absicherungen am<br \/>\nAbgrund, Propagierungen&#8230;. Dabei sind die Legionen der F\u00fcrsprecher bereits grup-<br \/>\npiert: Gotthard Graubner, Franz Erhard Walther, Robert Smithson, Tony Conrad,<br \/>\nOlafur Eliasson. Nebelr\u00e4ume, Spiegelungen, Laboratorien, Wahrnehmungsk\u00f6rper,<br \/>\nK\u00f6rperforschung, atmosph\u00e4rische \u00dcberlagerungen.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\"><em>\u00bbMeine Bilder bauen sich auf im Wachsen des Lichts, verl\u00f6schen mit dem Licht;<br \/>\nAnfang und Ende sind austauschbar. Sie bezeichnen keinen Zustand, sie sind<br \/>\n\u00dcbergang.\u00ab<\/em> \u2014<\/span>Gotthard Gaubner<\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\"><em>\u00bbRaum und Koerper sind im Kopf.\u00ab<\/em> \u2014<\/span>Franz Erhard Walther<\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Doch Themen und Personen werden zu Relevanzbeweisen und in Sekunden wer-<br \/>\nden die Mentoren zu tonnenschweren Belastungen, die das Denken und die Kraft<br \/>\nder angeschauten Arbeiten einfrieren. Man m\u00f6chte Sprengladungen an den eige-<br \/>\nnen Worten anbringen, wenn man sieht, wie diese die Atmosph\u00e4ren der Arbeiten<br \/>\nnicht nur nicht erfassen, sondern \u00bbkontinuierlich\u00ab verpassen m\u00fcssen oder schlim-<br \/>\nmer noch, sie manchmal geradezu t\u00f6ten. Es mag damit zusammenh\u00e4ngen, dass<br \/>\nKhanos Arbeiten zwar als produzierte Objekte daherkommen, letztendlich aber<br \/>\nimmer in ihrem Kern vielmehr ein Werden sind. Keine finalisierten Bilder, Installa-<br \/>\ntionen, Skulpturen oder R\u00e4ume, sondern Prozessualit\u00e4ten, die des Wahrnehmen-s\/<br \/>\n-den bed\u00fcrfen. Vorg\u00e4nge. Heraus-Bildungen. <\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\"><em>\u00bbBis in die Physis reicht die Erfahrung: Ruhig werden, aufmerksam werden, eine<br \/>\nsanfte Erregung. Vor den Bildern stehend, entdeckt der Betrachter sein In-der-<br \/>\nWelt-Sein.\u00ab<\/em> \u2014Wolfgang Max Faust<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Die Erfahrungen sind hierbei niemals schon Gegebenes. Sie m\u00fcssen vielmehr<br \/>\nimmer wieder auf ein Neues entstehen. Und gerade darin sind Khanos Arbeiten<br \/>\nnicht nur sensorische Fokussierungen, sondern vor allem auch r\u00e4umlich zu ver-<br \/>\nstehen. F\u00fchren in eine Spannung von Prozessen im konkret vorgegebenen und<br \/>\nundefinierten, nicht vorbestimmten Raum.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\"><em>\u00bbDas ist tats\u00e4chlich das Eindeutigste an der modernen Wanderung: sie findet im beliebigen Raum statt \u2013 einem Rangierbahnhof, einem aufgegebenen Depot, L\u00f6chern im urbanen Gewebe \u2013, im Gegensatz zur Aktion im fr\u00fchen Realismus, die sich meistens in bestimmten raumzeitlichen Zusammenh\u00e4ngen vollzog. Es geht darum, [&#8230;], den Raum ebenso wie die Fabel, die Intrige oder die Aktion auseinanderzunehmen, sie zu zerst\u00f6ren. &#8230;. [Ferner] w\u00e4re zu fragen, was in einer Welt ohne Totalit\u00e4t und Verkettung eine Gesamtheit aufrechterh\u00e4lt. Die Antwort ist einfach: es sind die Klischees, sonst nichts. Nichts als Klischees, \u00fcberall Klischees&#8230;\u00ab<\/em> \u2014<\/span>Gilles Deleuze<\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Raumprozesse also im vielschichtigsten Sinne, wie Verhandlungen der so schnell gezogenen Grenze zwischen Ich und Welt. Statt einer Kontrolle und Analyse dieser R\u00e4ume sehen wir hier Verkomplizierungen und Verwebungen, die nicht nach einem Chirurgen verlangen, sondern nach hingebungsvollen Erforschungen eines Gestr\u00fcpps, an deren Ende kein triumphierendes Ich erscheint. Kein Spiegel ist mehr zu finden, der dem narzisstischen Ich des Betrachters, Analytikers, Kritikers, K\u00fcnstlers &#8230; erm\u00f6glicht, die Sch\u00f6nheit der gefassten Gedanken zu erfahren und sich heroisch in Position zu bringen. Alle Spiegel sind zerbrochen. Millionenfache Spiegelung aus Spiegelscherbenhaufen produziert millionenfache Ichs, potenzierte Schizoidit\u00e4t. Statt einer Ausweitung der Ich-Zone vollzieht sich eine Ausweitung des Es. Im Kontrast zu Freud scheint sich in den Arbeiten zu formulieren: Wo Ich war, soll Es werden. Dann wieder \u00dcber-Ich, Ich, Es&#8230; Fluktuationen.\u00a0<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Erfahrungsr\u00e4ume, wie sie Bettina Khano produziert, haben Folgen: Die Dimension der Aufl\u00f6sungen, Verflechtungen und Komplizierungen ernst zu nehmen, betrifft sofort die eigenen Prozesse. Und das bedeutet hier, dass die eigene Position im Resonanzraum ihrer Arbeiten zu betrachten ist, das hei\u00dft, dass es zu einem unausweichlichen Diskurs kommt, der den selbst produzierten G\u00e4ngelwagen des eigenen Denkens \u2013 und Schreibens \u2013 in eine R\u00fcckkopplung f\u00fchrt. <\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><em><span class=\"s1\">\u00bb\u00dcberdr\u00fcssig aller, die mit W\u00f6rtern, W\u00f6rtern,<br \/>\n<\/span>aber keiner Sprache daherkommen,<\/em><br \/>\n<em> fuhr ich zu der schneebedeckten Insel.<\/em><br \/>\n<em> Das Wilde hat keine W\u00f6rter.<\/em><br \/>\n<em> Die ungeschriebenen Seiten breiten sich nach allen Richtungen aus.<\/em><br \/>\n<em> Ich sto\u00dfe auf Spuren von Rehhufen im Schnee.<\/em><br \/>\n<em> Sprache, aber keine W\u00f6rter.\u00ab<\/em> \u2014Tomas Transtr\u00f6m<\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Dieser Moment ist der Punkt, an dem die Linie der Schrift bricht. Zersplitterung. Verbunden mit einer beruhigend sch\u00f6nen Resonanz der khanoschen Spiegel-Nebel-Welten&#8230;. Der Strom der eigenen Worte versiegt&#8230; Nullpunktenergie. Nur Sekunden sp\u00e4ter bahnen sich an allen Ecken und Enden Bruchst\u00fccke den Weg. Bereits Formuliertes. <i>Fragmente einer Sprache [&#8230;]<\/i> Mit sch\u00e4rfsten Ecken und Kanten kommen sie daher, bilden ein Echo zu Somatolysen, Wolken, Galaxien, Nebelwelten und tragen sich so ein, in das Denken, in die K\u00f6rper, wodurch mit einem Mal das gesamte Sensorium in erh\u00f6hte Alarmbereitschaft versetzt wird. Warten. In Spannung verharrend. Weitere Fragmente tauchen auf. Klar. Entbunden der Formulierung d\u00fcrfen die Wortwelten nun eintreten&#8230;. W\u00f6rter gleichsam gewaltig und verwirrt, wie B\u00fcchners Woyzeck&#8230;. Sie irren umher wie er. Und er? <\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><em><span class=\"s1\">\u00bbEr l\u00e4uft ja wie ein offenes Rasiermesser durch die Welt, man schneidet sich an ihm.\u00ab<\/span><\/em>\u2014Georg B\u00fcchner<\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Kl\u00fcfte entstehen. \u00d6ffnungen. Verwundete K\u00f6rperlandschaften, in die man sich stellt und zu denen man wird. Wie Caspar David Friedrichs <i>Eismeer<\/i>. Die Aufteilung der Dimensionen ger\u00e4t ins Wanken. Die Welt wird zu einer Erfahrung in <em><strong>2 \u00bd-D<\/strong><\/em> (2011). Wanderungen im Dazwischen. Bettina Khanos Arbeiten sind Herausforderungen. Die Sinne recken sich in diese R\u00e4ume. Suchen Relationen. Anhaltspunkte. Relokalisationen. <\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><em><span class=\"s1\">\u00bbEr erwanderte sich den Plan der Stadt, wie man einen K\u00f6rper streichelt\u00ab<\/span><\/em>\u2014Hubert Fichte<\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Streunen. Wahrnehmen. K\u00f6rperdenken. \u2013 Atmen au\u00dferhalb des Selbst.\u00a0Voll Hingabe.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"p5\"><span class=\"s1\">\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 Spiegel\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 Zunge\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 Nebel<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0WELLEN<\/span><\/p>\n<p class=\"p6\"><span class=\"s1\">\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 Nase \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 Ohr<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 FELDER\u00a0 \u00a0 \u00a0 QUANTEN<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 Hand \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 Auge<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0Bild-R\u00e4ume<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h6 class=\"p7\"><span class=\"s1\">* Die im Text angegebenen Zitate entstammen folgenden Quellen:<\/span><\/h6>\n<h6>\u2014Thomas Mann, <i>Der Tod in Venedig,<\/i> in: ders., <i>Gesammelte Werke, <\/i>12 Bde., Bd. 8,<br \/>\nFrankfurt am Main 1984, S. 460.<br \/>\n\u2014Rainer Maria Rilke, <i>Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke<\/i><b><i>,<\/i> <\/b>6 Bde., Bd. 3.1,<br \/>\nFrankfurt am Main 1980, S. 93.<br \/>\n\u2014Gotthard Gaubner, in: William Ernst Simmat, <i>Europ\u00e4ische Avantgarde,<\/i> Frankfurt am Main 1963,<br \/>\nohne Seitenangaben.<br \/>\n\u2014Inschrift auf einer Arbeit von Franz Erhard Walther.<br \/>\n\u2014Wolfgang Max Faust, \u00bbF\u00fcr Salvo\u00ab, in: ders., <i>Dies alles gibt es also. Alltag, Kunst, Aids;<br \/>\nein autobiographischer Bericht,<\/i> Stuttgart, 1993, S. 91.<br \/>\n\u2014Gilles Deleuze, <i>Das Bewegungs-Bild. Kino 1,<\/i> Frankfurt am Main 1997, S. 278\/279.<br \/>\n\u2014Tomas Transtr\u00f6mer, <i>Der Mond und die Eiszeit. Gedichte, <\/i>M\u00fcnchen u. a. 1992, S. 85.<br \/>\n\u2014Georg B\u00fcchner, \u00bbWoyzeck\u00ab, in: ders., <i>Dichtungen, <\/i>Leipzig, 1990, S. 159.<br \/>\n\u2014Hubert Fichte, <i>7. Die Geschichte der Empfindlichkeit.<\/i> <i>Explosion. Roman der Ethnologie,<\/i><br \/>\nFrankfurt am Main 1993, S. 180.<\/h6>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4 class=\"p1\"><em><span class=\"s1\">Dissolutions\u2014Manifestations<\/span><\/em><\/h4>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\"><em>\u201cHe had the impression that something was not quite normal, that a dreamlike disaffection, a warping of the world into something alien was about to take hold.\u201d<\/em><br \/>\n\u2014<\/span>Thomas Mann<\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">How to write about dissolution? About delimitations, condensations, immersions, and all of these themes that can hardly be grasped, but which whirl through Bettina Khano\u2019s works of art like a maelstrom. These are themes that occasionally accumulate in the experiential spaces of her works, condensing and oscillating, playing it all out between unsettling incomprehensibility and startling intensity. Her works produce an inequity, throwing the viewer off balance both physically and psychologically. And when we are taken to the limits of our own senses like that, it forces us to question our own position, especially when one is supposed to amalgamate it all in writing. How can one sum up in words this potential, these experiences concealed in Khano\u2019s work? Subtle atmospheres . . .\u00a0<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><em><span class=\"s1\">\u201cAnd always the same picture. One has two eyes too many. Only in the night sometimes one seems to know the road. Perhaps we always retrace by night the stretch we have won laboriously in the foreign sun?\u201d <\/span><\/em>\u2014Rainer Maria Rilke<\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Again and again one starts the process of formulating words. But every word seems like one word too many. Inadequacies. All the while writing seems vapid, almost like a kind of violence done toward sensitive works. Words become concrete surfaces, crushing fragile structures with extremely brief half-lives. \u2026So how do we write about reflections, subtleties, the processes of vanishing, and dysfunctionality? One thing immediately becomes clear: Khano\u2019s works resist the usual kind of writing about art; rather, they demand a collaboration with the art. Looking for words that relate to another, one gets involved with other structures, such as the seemingly elementary conditions for the motion between works and writing. My writing appears to be a process inside a pattern permeated by institutions, expectations, and forces. Writing to position things in markets, to go down on record. Writing in a catalogue, for a publisher, an exhibition, an art fair. Writing as curator, critic . . . friend. . . . The expedient lineaments of functionalism become tangible \u2014 lines of argumentation, reassurances at the edge of the abyss, propagandizing. \u2026Legions of proponents have already been grouped together: Gotthard Graubner, Franz Erhard Walther, Robert Smithson, Tony Conrad, Olafur Eliasson. Foggy spaces, reflections, laboratories, bodies of perception, physical research, atmospheric layering.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\"><em>\u201cMy pictures form as light grows, and are extinguished with the light. Beginning and end are interchangeable. They do not describe a permanent condition; they are transition itself.\u201d<\/em>\u2014<\/span>Gotthard Gaubner.<\/p>\n<p class=\"p1\"><em><span class=\"s1\">\u201cSpace and body are in the mind.\u201d<\/span><\/em>\u2014Franz Erhard Walther<\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Yet themes and people become evidence of relevance and, in seconds, mentors are turned into heavy weight burdens, freezing the ideas and the force behind the works perceived. One would like to put dynamite into their own words, when one sees how they not only do not capture the atmosphere of the works, but are \u201ccontinually\u201d missing them, or, even worse, sometimes practically killing them off. It might have something to do with the fact that, even though Khano\u2019s works seem like produced objects, they are ultimately, at their core, always in a state of becoming. Not finalized paintings, installations, sculptures, or spaces, but processualities in need of being perceived. Proceedings. Developments.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><em><span class=\"s1\">\u201cExperience reaches deep into the physical body: becoming quiet, becoming attentive, a placid excitation. Standing in front of the pictures, the viewer discovers his experience of being in the world.\u201d<\/span><\/em><span class=\"s1\">\u2014<\/span>Wolfgang Max Faust<\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Experiences are never a given here. They must always arise from something new. And it is precisely through this dynamic that Khano\u2019s works of art are not just focal points for the senses, but must be considered, above all, in terms of space. Leading into the excitement of processes in a specific, given, indefinite, non-predetermined space.<\/span><\/p>\n<p class=\"p4\"><span class=\"s1\"><em>\u201cThat is, in fact, the most obvious thing about modern peregrinations: they take place in random space\u2014a railroad yard, an abandoned storehouse, gaps in the urban fabric\u2014unlike activity in early realism, which mainly occurred within particular space-time contexts. It has to do with\u2026dismantling, destroying the space as well as the fable, the intrigue, or the action\u2026[Moreover] one must ask what maintains unity in a world without totality and linkage. The answer is simple: clich\u00e9s, and nothing else. Nothing but clich\u00e9s, clich\u00e9s everywhere\u2026\u201d<\/em>\u2014<\/span>Gilles Deleuze<\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">So, processes of space in the widest sense possible, like negotiating the quickly drawn boundary between the ego and the world. Instead of controling and analyzing these spaces, we are faced with complications and interconnections that do not require a surgeon, but the devoted investigation of a maze. And at that end no triumphant self appears. No mirror can be found that makes it possible for the narcissistic ego of the observer, analyst, critic, artist to experience the beauty of the ideas thus captured and heroically position them. All mirrors are shattered. Millions of reflections from shards of mirrors produce millions of selves, exponential schizophrenia. No expanding of the ego-zone, but an escalation of the id. In contrast to Freud, the works seem to formulate: where ego was, the id should be. Then again the super-ego, ego, id\u2026fluctuations.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Experiential spaces, like the ones Bettina Khano produces, have consequences: taking seriously the dimension of dissolutions, interrelations, and complications immediately affects one\u2019s own processes. Which means that we must observe our own positions in the resonating space of her works\u2014meaning, that an inevitable discourse emerges, taking one\u2019s self-produced guided thought\u2014and writing\u2014into a feedback loop.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><em><span class=\"s1\">\u201cSuperfluous to everyone who comes with words, words,<br \/>\n<\/span>but no speech<\/em><br \/>\n<em> I went to the snow-covered island.<\/em><br \/>\n<em> The wilderness has no words.<\/em><br \/>\n<em> Unwritten pages spread out in all directions.<\/em><br \/>\n<em> I run into tracks of deer hooves in the snow.<\/em><br \/>\n<em> Speech, but no words.\u201d <\/em>\u2014Tomas Transtr\u00f6m<\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">This is the moment when the lines of writing break apart. Fragmentation. Bound up with a soothing resonance from Khano\u2019s worlds of mirrors and fog. \u2026The stream of my own words dries up\u2026zero energy. Just seconds later fragments from every which way carve out the path. Something already formulated. <i>Fragments of a language \u2026<\/i> They come with the sharpest of corners and edges, forming an echo of somatolyse, clouds, galaxies, worlds of fog, inscribing itself into one\u2019s thoughts, in the bodies through which, all at once, the entire sensory system is placed in a state of high alert. Waiting. Persevering in tension. More fragments appear. Of course. Relieved of the task of formulation, the worlds of words may now enter. \u2026Words, tremendous and confused, as it were, like B\u00fcchner\u2019s Woyzeck. \u2026You stumble around, as he does. And he?\u00a0<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\"><em>\u201cHe runs around the world like an open razor blade; one cuts oneself on him.\u201d<\/em>\u2014<\/span>Georg B\u00fcchner<\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Chasms develop. Openings. Wounded landscapes of the body, which one confronts and which one becomes. Like Caspar David Friedrich\u2019s <i>Sea of Ice<\/i>. The distribution of dimensions begins to totter. The world becomes an experience in <strong><i>2 \u00bd-D<\/i><\/strong> (2011). Wandering through the in-between. Bettina Khano\u2019s works of art are challenges. The senses are stretched in these spaces. Searching for relations. Points of reference. Relocation.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\"><em>\u201cHe wanders through the map of the city in the way that one strokes a body.\u201d<\/em><br \/>\n\u2014<\/span>Hubert Fichte<\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Roaming. Perceiving. Thinking with the body.<br \/>\n\u2014Breathing outside oneself. Full of devotion.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0Mirror\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 Tongue\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 Fog<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 WAVES<\/span><\/p>\n<p class=\"p5\"><span class=\"s1\">\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 Nose \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 Ear<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0FIELDS \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0QUANTA<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 Hand \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 Eye<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 Image-Spaces<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h6 class=\"p6\"><span class=\"s1\">\u2014Thomas Mann, <i>Death in Venice,<\/i> trans. Michael Henry Heim (New York, 2004), p. 29. Originally published as <i>Der Tod in Venedig,<\/i> in <i>Gesammelte Werke, <\/i>vol. 8 (Frankfurt am Main, 1984), p. 460.<br \/>\n<\/span>\u2014Rainer Maria Rilke, <i>The Lay of the Love and Death of Cornet Christopher Rilke,<\/i> trans. M. D. Herter Norton (New York, 1959), p. 17. Originally published as <i>Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke,<\/i><b> <\/b>vol. 3.1 (Frankfurt am Main, 1980), p. 93.<br \/>\n\u2014Gotthard Gaubner, in William Ernst Simmat, <i>Europ\u00e4ische Avantgarde<\/i> (Frankfurt am Main, 1963), unpaginated.<br \/>\n\u2014Inscription on a work by Franz Erhard Walther.<br \/>\n\u2014Wolfgang Max Faust, \u201cF\u00fcr Salvo,\u201d in idem. <i>Dies alles gibt es also. Alltag, Kunst, Aids. Ein autobiographischer Bericht\u00a0<\/i> (Stuttgart, 1993), p. 91.<br \/>\n\u2014Gilles Deleuze, <i>Das Bewegungs-Bild. Kino 1<\/i> (Frankfurt am Main, 1997), pp. 278\/279.<br \/>\n\u2014Tomas Transtr\u00f6mer, <i>Der Mond und die Eiszeit. Gedichte <\/i>(Munich, 1992), p. 85.<br \/>\n\u2014Georg B\u00fcchner, \u201cWoyzeck,\u201d in idem. <i>Dichtungen<\/i> (Leipzig, 1990), p. 159.<br \/>\n\u2014Hubert Fichte, <i>7. Die Geschichte der Empfindlichkeit.<\/i> <i>Explosion. Roman der Ethnologie<\/i> (Frankfurt am Main, 1993), p. 180.<\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aufl\u00f6sungen \u2013 Erscheinungen \u00bbIhm war, als lasse nicht alles sich ganz gew\u00f6hnlich an, als beginne eine tr\u00e4ume- rische Entfremdung, eine Entstellung der Welt ins Sonderbare um sich zu greifen.\u00ab \u2014Thomas Mann Wie \u00fcber Aufl\u00f6sung schreiben? 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