{"id":562,"date":"2014-09-22T14:39:38","date_gmt":"2014-09-22T12:39:38","guid":{"rendered":"http:\/\/bettinakhano.de\/start\/?page_id=562"},"modified":"2014-09-23T18:06:59","modified_gmt":"2014-09-23T16:06:59","slug":"text2","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/bettinakhano.de\/start\/info-2\/texts\/text2\/","title":{"rendered":"Helga Lutz"},"content":{"rendered":"<h3><\/h3>\n<h4><em>Licht, Staub, Materie<\/em><\/h4>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Die Arbeiten von Bettina Khano sind von einer schwer zu beschreibenden, manchmal kaum auszuhaltenden Ferne. Sie ist von der Art wie sie Objekten, deren Objektstatus h\u00f6chst zweifelhaft ist, eignet: eine Erhebung in der W\u00fcste, die Spiegelung einer Wolke auf einer gestillten Meeresoberfl\u00e4che, ein Nebelschwaden, ein Nordlicht.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Von dieser Unbestimmbarkeit der Distanz sind die unauff\u00e4lligen Spuren ihres k\u00fcnstlerischen Eingreifens geleitet. Gerade so, als ginge es darum, eine gewisse Latenz des Materials nicht aufzuheben.<br \/>\nVielleicht l\u00e4sst sich das Gemeinte auch veranschaulichen an der Art und Weise, wie Bettina Khano bestimmte Arbeitsinstrumente einsetzt: die Spraydose zum Beispiel. In einigen F\u00e4llen definiert ein d\u00fcnnes R\u00f6hrchen am Ventil den Mindestabstand zum Material. Sicher aber ist, dass Farbe in verfeinerter, maximal aufgel\u00f6ster, fast immaterieller Form durch die Luft gewirbelt wird, um schlie\u00dflich in winzigen Partikeln langsam auf das Material herabzusinken. \u00c4hnlich schwerelos wie das Rieseln des pulverisierten Basalts in der Arbeit <i>Basaltstaub<\/i> (2011), oder die von der Nebelpumpe zerst\u00e4ubten Wassertr\u00f6pfchen, die in der Installation <i>Implosion<\/i> (2003) durch den Raum schweben.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Die Zeichenhaftigkeit mancher Objekte mutet geradezu hermetisch an. <i>Befogged<\/i> lautet der Titel einer Arbeit aus dem Jahr 2010. Ein runder Spiegel, nicht besonders gro\u00df, eine Art Schild, der in tr\u00fcgerischer Unscheinbarkeit gegen die Wand gelehnt ist. Alles scheint in bester Ordnung, man geht darauf zu, sieht die Reflexion des Fu\u00dfbodens und des umgebenden Raums, allein der eigene Anblick will nicht auftauchen, bleibt verschwunden, suspendiert, gel\u00f6scht. Der kaum merkliche matte Farbnebel, der im oberen Teil die reflektierende Fl\u00e4che opak macht, verhindert die Freigabe des beruhigenden Spiegel-Bildes, verunm\u00f6glicht jede auch noch so verkennende Identifikation, die M\u00f6glichkeit eines sich Wiederfindens im Bild. Im persistierenden Vorf\u00fchren dieser Unverf\u00fcgbarkeit entzieht sich das Objekt, wird fremd und fast unheimlich. Ist es \u00fcberhaupt ein Spiegel, und wenn ja, was spiegelt er? Oder handelt es sich doch eher um eine Art Satellit,<\/span><span class=\"s1\"> einen Leibw\u00e4chter anderer Art, ausgerichtet auf andere Zeiten, Sph\u00e4ren, Bilder, Schwingungen? Zuk\u00fcnftiges vielleicht?<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Seit Tagen lauert mir der Begriff des Archaischen auf. Ich weise ihn ab, er ist mir l\u00e4stig. K\u00f6nnte irgendein Begriff ungeeigneter sein, um die Arbeiten von Bettina Khano zu begreifen? Wo ihr k\u00fcnstlerisches Schaffen doch weder den Bezug zu l\u00e4ngst vergangenen Kulturen, noch zu einem \u00fcberkommenen, primitiven Formengut sucht? Immerhin zwingt er mich, die spezifische Zeitlichkeit noch einmal genauer zu hinterfragen. Wenn die Arbeiten klarerweise nicht aus der Vergangenheit kommen: Woher kommen sie dann? Aus welcher zeitlichen Ferne r\u00fchren sie? Die Titel, versuchsweise zusammengelesen, geben eine Karte an die Hand, konstruieren einen k\u00fcnstlerischen Tiefenraum, markieren so etwas wie die raum-zeitlichen Koordinaten ihres \u0152uvres. Die Ausdehnungen sind unermesslich. <i>The Sky Is the Limit <\/i>(2010). Unterschiedliche Galaxien sind benannt, <i>Galaxie<\/i> <i>173<\/i> und <i>063 <\/i>(2006), aber andere auch. In den Collagen wird ein <i>Furnishing of my Galaxy<\/i> (2008) konzipiert, gleiches gilt f\u00fcr die <i>Raumstationen<\/i> (2009\/10)<i> <\/i>und die <i>Raumzust\u00e4nde <\/i>(2009).\u00a0<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Wie aber funktioniert dieses Spiel mit der Zeit genau? Als was sollen die Dinge wahrgenommen werden? Als Relikte einer bereits vergangenen Zukunft, einer bereits schon wieder archaisch anmutenden Zukunft, auf die wir aus noch gr\u00f6\u00dferer zeitlicher Entfernung zur\u00fcckblicken, einer Experimentalanordnung gem\u00e4\u00df, die wir aus Science-Fiction-Romanen oder <i>Star-Trek-<\/i>Serien kennen? Oder geht es um eine Art Probelauf der Zukunft im Hier und Jetzt und um das k\u00fcnstlerische Installieren futuristischer Heterotopien im Realen?<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Von un\u00fcbertroffener und beeindruckender Schlichtheit ist die Serie <i>Ohne Titel<\/i> aus dem Jahr 2011. Wir sehen kleinere und gr\u00f6\u00dfere Fl\u00e4chen gebrauchs\u00fcblicher Aluminiumfolie, die nicht einmal durch rasante Titel der Anmutung des Allt\u00e4glichen enthoben sind. Und damit nicht genug. Als wollte Bettina Khano die Herausforderung noch steigern, h\u00e4ngen die Folien direkt und ohne Rahmen auf wei\u00dfen W\u00e4nden.\u00a0<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Eine derart unpr\u00e4tenti\u00f6se Arbeit l\u00e4sst konzeptionelle Rahmungen erwarten. Es gibt sie nicht und es braucht sie auch nicht.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Die Bilder sind Blickfallen ganz eigener Art. Aus sich heraus entwickeln sie eine fast abgr\u00fcndig zu nennende Dynamik. Geht man an sie heran oder besser noch, an ihnen vorbei, dann er\u00f6ffnet sich im einfallenden Licht ein unerwartetes Schauspiel, dem \u00bbth\u00e9\u00e2tre des changements\u00ab<\/span><span class=\"s1\"> verwandt, das anamorphotische Bildanordnungen f\u00fcr den Betrachter des 18. Jahrhunderts bereithielten. Aus bestimmten Blickwinkeln wird der Blick erfasst von zerkl\u00fcfteten Faltenlandschaften mit stereoskopisch anmutender Tiefe, von eisigen Hochgebirgen mit silbrigen Feldern und schwindelerregenden Tiefen.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Bettina Khano hat die Alufolie zun\u00e4chst leicht zerknittert, sie dann wieder gegl\u00e4ttet, um anschlie\u00dfend einige Partien mit einem wei\u00dfen Lack zu bespr\u00fchen. W\u00e4re es eine Zeichnung dann w\u00fcrde man sagen, sie hat sie an einigen Stellen geh\u00f6ht. An den damit geschaffenen \u00dcberg\u00e4ngen, dort, wo der Lack R\u00e4umlichkeiten und Volumina betont, die gar nicht existieren, entstehen Turbulenzen, ger\u00e4t die Wahrnehmung ins Trudeln, wird vom Auge aktiv eine T\u00e4uschung ins Bild hineingesehen. Das Sehen wird doppelt, changiert zwischen zwei Sehweisen, obliegt dem k\u00fcnstlerischen Verfahren der \u00bbdoppelten Mimesis\u00ab.<\/span><span class=\"s1\"> Der Sog, sich dem scheinbar endlosen Spiels der Falten, der \u00bbR\u00fcckkehr in die Tiefe einer Welt\u00ab<\/span><span class=\"s1\">hinzugeben, ist stark, aber die Wahrnehmung kippt, katapultiert den Betrachter immer wieder an die Oberfl\u00e4che zur\u00fcck, verweist ihn an die Fl\u00e4chigkeit und Materialit\u00e4t der Folie. Der Wechsel ist spielerisch, denn er ist jedes Mal neu eine Entdeckungsreise. Eine Reise vom Falz in die imagin\u00e4ren Faltungen des Sehens und wieder zur\u00fcck.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Zwei gro\u00dfe, reflektierende Aluminiumplatten, 2011 als Diptychon entworfen, weisen in ihrem Zentrum ein ausgedehntes Feld der Unbestimmtheit auf. Was wir sehen, will weder der Bezeichnung Fleck noch der einer Figur gehorchen, es hat keine bestimmbare Farbe, es hebt sich nicht ab, es hat keine erfahrbare Konsistenz, keine Tiefe, keinen Ort. Es ist da, weil und indem es auf merkw\u00fcrdige Weise nicht da ist.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Bettina Khano hat dieser Arbeit den Titel <i>Lichtung<\/i> gegeben. So weit gefasst viele ihrer Titel auch sein m\u00f6gen, dieser ist sehr konkret. Er verweist unmissverst\u00e4ndlich auf einen Begriff, den Martin Heidegger im Rahmen seines ber\u00fchmten Kunstwerkaufsatzes 1935 als Metapher f\u00fcr die Wahrheit er\u00f6rtert.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">\u00bbZum Wesen der Wahrheit [\u2026]\u00ab, schreibt Heidegger, \u00bbgeh\u00f6rt dieses Verweigern in der Weise des zwiefachen Verbergens.\u00ab<\/span><span class=\"s1\"> Das Zwiefache ist einerseits das \u00bbVersagen\u00ab, wo sich das Vorhandene bis zum Geringsten, dem blo\u00dfen \u00bbes sei\u00ab verschlie\u00dft, andererseits das \u00bbVerstellen\u00ab, wo das \u00bbZeug\u00ab in der \u00bbZuhandenheit\u00ab verschwindet, wo sich \u00bbSeiendes vor Seiendes\u00ab schiebt. Man kann und hat diesen Gedanken Heideggers medientheoretisch eingesetzt. Denn so wie das Sein kann auch das Medium selbst nicht in Erscheinung treten, ist es immer nur \u00fcber Inhalte erfahrbar. Allein in Ph\u00e4nomenen der St\u00f6rung, dem Rauschen, oder der Unterbrechung vermag es sich zu zeigen, als etwas was sich meldet, indem es sich entzieht.\u00a0<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Bettina Khano ist mit ihrer Arbeit <i>Lichtung<\/i> zu dieser Ebene noch einmal zur\u00fcckgekehrt. Und zwar um das Nachdenken \u00fcber Seinskategorien zu einer Frage des Bildes zu machen. Wir finden Heideggers doppelte, sich bedingende Bewegung, von Erscheinen und Entziehen, bildhaft r\u00fcckbezogen auf die Konstellation von Sichtbarkeit und St\u00f6rung, auf das Verh\u00e4ltnis von Transparenz und Opazit\u00e4t. Heidegger spricht vom Blinzeln als Spiel von Lichten und Verh\u00fcllen.<\/span><span class=\"s1\"> Vielleicht ist es vor allem das<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Mit dem Video <i>Galaxie <\/i>(2007) ist man an einen unbestimmten Punkt in der undurchdringlichen Schw\u00e4rze des Kosmos versetzt. Ein Lichtpunkt bewegt sich aus der Tiefe des Alls auf den Betrachter zu, wird gr\u00f6\u00dfer, verwandelt sich in eine Figur, die sich dreht, tanzt und dabei kontinuierlich n\u00e4her kommt. Dort, wo der metallisch gl\u00e4nzende Raumanzug von einer nicht lokalisierbaren Lichtquelle erfasst wird, verwandelt er sich in eine Konstellation aus Spiegelungen und Glanzlichtern, in ein Gefunkel, das durch die Bewegungen in schwungvolle Lichtzeichnungen \u00fcbersetzt wird, um irgendwann einfach zu verl\u00f6schen.\u00a0<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Es spricht f\u00fcr die Arbeiten von Bettina Khano, dass sie einen \u00bbKosmismus\u00ab ganz eigener Art entwerfen. Die Collagen <i>Furnishing my Galax<\/i>y spielen mit dem Verweis auf die <i>Kosmischen Kompositionen <\/i>(1917\/18)<i> <\/i>von Kasimir Malewitsch, w\u00e4hrend die Arbeit <i>The Sky Is the Limit<\/i> (2010) wie eine lockere Erg\u00e4nzung zu den astro-fantastischen Architekturen und Futuro-Design-Entw\u00fcrfen der sp\u00e4ten 1960er-Jahre anmutet. Nicht zuletzt bleibt auch ihr Einsatz von Aluminium \u2013 im Gegensatz zu der Verwendung, die das Material derzeit bei K\u00fcnstlern wie Anselm Reyle und anderen erf\u00e4hrt \u2013 an die hervorstechende Material\u00e4sthetik der Raumfahrt und die daran gekn\u00fcpften Hoffnungen und Fantasien gebunden. Die Arbeiten zum Thema <i>Galaxie <\/i>schlie\u00dflich<i> \u2013 <\/i>und damit komme ich zum Anfang zur\u00fcck <i>\u2013 <\/i>erlauben dabei ebenso den historischen R\u00fcckbezug auf die Metallt\u00e4nze des Bauhaus<\/span><span class=\"s1\"> wie auf die Bilder von der ersten Mondlandung, sie rekurrieren auf all die verpuppten Gestalten, in die man hineintr\u00e4umen m\u00f6chte, dass sie als erste \u00bbden Rhythmus der kosmischen Erregung voll wahrgenommen haben.\u00ab<\/span><span class=\"s1\"> Bettina Khano tr\u00e4umt diesen Traum weiter. Entwirft neue extraterrestrische Visionen. Feinstofflich, fern, kosmisch und entr\u00fcckt.<\/span><\/p>\n<h6 class=\"p1\"><span class=\"s1\">1 Satellit, abgeleitet vom lateinischen Wort \u00bbsatelles\u00ab, zu Deutsch Leibw\u00e4chter, Gefolge<br \/>\n<\/span>2 Jacques-B\u00e9nigne Bossuet, <i>Sermons,<\/i> Beyrouth 1943, S. 208.<br \/>\n3 Vgl. hierzu: Felix Th\u00fcrlemann, \u00bbIm Schlepptau des gro\u00dfen Gl\u00fccks. Die doppelte Mimesis bei Albrecht D\u00fcrer\u00ab, in: Erika Greber und Bettine Menke (Hrsg.), <i>Manier, Manieren, Manierismus,<\/i> T\u00fcbingen 2003, S. 17\u201339.<br \/>\n4 Gottfried Wilhelm Leibniz, \u00bbBrief an Antione Arnauld vom 30. April 1687\u00ab, in: ders. <i>Philosophische Schriften und Briefe, 1683\u20131687,<\/i> hrsg. von Ursula Goldenbaum, Berlin 1992, S. 325.<br \/>\n5 Martin Heidegger, \u00bbDer Ursprung des Kunstwerks\u00ab, in ders. <i>Holzwege,<\/i> Frankfurt am Main 1994, S. 41.<br \/>\n6 Ders., <i>Unterwegs zur Sprache,<\/i> 7. Aufl., Pfullingen 1982, S. 141.<br \/>\n7 Der Metalltanz von Oskar Schlemmer wurde 1928\/29 von Karla Grosch auf der Bauhausb\u00fchne erstmals aufgef\u00fchrt.<br \/>\n8 Kasimir Malewitsch,<i> Suprematismus. Die gegenstandslose Welt, <\/i>hrsg. von Hans von Riesen, K\u00f6ln 1962, S. 254.<\/h6>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<h4><em><br \/>\nLight, Dust, Matter<\/em><\/h4>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">The works of Bettina Khano have a sense of distance that is difficult to describe and occasionally hard to bear. It is of a kind that is characteristic of objects whose status as such is highly doubtful: an elevation in the desert, the reflection of a cloud in the surface of a calm sea, a patch of fog, a Northern Light.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">The inconspicuous traces of her artistic interventions are derived from this indeterminate sense of distance. Exactly as if it were important not to erase a certain kind of latency in the material.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Perhaps the intention can also be seen in the way that Khano utilizes certain tools of the trade\u2014the spray can, for example. In some cases, a thin pipe on the valve defines the minimum distance to the material. It is, however, certain that the paint is whirled through the air in a rarified, extremely dispersed, almost intangible form, until finally the tiny particles sink down slowly into the material. As weightless as the trickles of pulverized basalt in the work <i>Basalt Dust <\/i>(2011), or the dusty water drops from the fog pump hovering in the space of the installation <i>Implosion<\/i> (2003).<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">The sign-likeness of some objects seems almost hermetic. <i>Befogged<\/i> is the title of a work dated 2010. A round mirror, not especially large, a kind of shield, leans up against the wall, deceptively inconspicuous. Everything appears to be completely in order; one goes up to it, sees the reflection of the floor and the surrounding space. Only one\u2019s own face does not appear\u2014it remains invisible, suspended, extinguished. The barely noticeable fog of matte spray paint makes the upper half of the reflective surface opaque, hindering the reassuring mirror image from being seen, and thus making even the most distorted identification impossible, so that one is missing from the picture. By persistently presenting this sense of unavailability, the object is elusive, becomes strange, almost uncanny. Is it a mirror at all, and if so, what is it reflecting? Or is it more like a kind of satellite,<\/span><span class=\"s1\"> a bodyguard of another sort, oriented toward other times, spheres, images, vibrations? Something in the future, perhaps?<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">For days the concept of the archaic has been lurking about. I brush it off; it is bothersome. Could there be any other concept less suited to help comprehend Khano\u2019s work? After all, her artistic oeuvre does not seek to relate to bygone cultures or traditional primitive forms? All the same, it forces me to question the specific timeliness of the work once again, more carefully. If the works of art obviously do not stem from the past, then where do they come from? From what distant point in time do they affect us? An attempt at reading the titles together provides a clue, constructs a three-dimensional artistic space, marking something like the space-time coordinates of her oeuvre. They expand immeasurably. <i>The Sky Is the Limit <\/i>(2010). Various galaxies are named: <i>Galaxie<\/i> <i>173<\/i> and <i>063 <\/i>(2006), as well as others. In the collages, the <i>Furnishing of My Galaxy<\/i> (2008) is conceived, and the same is true of the <i>Space Stations<\/i> (2009 \/ 10)<i> <\/i>and the <i>States of Space<\/i> (2009).<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">How does this game with time function though, precisely? How are the things supposed to be perceived? As relics of a past future, of a future that already seems archaic, which we see from an even greater distance in time, like a series of experiments we seem to know from science-fiction novels or the <i>Star Trek<\/i> series? Or is it about a kind of trial run for the future performed in the here and now, about the artistic installation of futuristic heteropias in reality?<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Of unsurpassed and impressive simplicity is the series <i>Untitled <\/i>(2011). We see the smaller and larger surfaces of common aluminum foil, which are not even lifted out of the everyday context by a dynamic title. And that\u2019s not all. As if Khano were trying to make it even more challenging, the pieces of foil are hung directly, without frames, on white walls.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">This kind of unpretentious work makes one expect conceptual frameworks. They do not exist, and they are also not necessary.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">The images are eye-catchers of a unique kind. Out of them develops a dynamic that could almost be called unfathomable. If one approaches them, or better, passes them by, then the play of light opens up an unexpected drama, similar to the <i>th\u00e9\u00e2tre des changements,<\/i><\/span><span class=\"s1\"> which held anamorphic series of images ready for the eighteenth-century viewer. From certain angles the eye is caught by jagged, folded landscapes of stereoscopic-looking three-dimensionality, by tall, icy mountains with silver fields and dizzying depths.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">First, Khano slightly crumpled the aluminum foil, then smoothed it out again; later, she sprayed some sections of it with white spray paint. If this were a drawing, one would say that she had heightened certain areas. At these transition points, where the paint emphasizes dimensions and volumes that do not exist, turbulences arise, perception goes into a tailspin; the eye actively reads a deception into the image. Vision is double, alternating between two ways of seeing, resting upon the artistic process of \u201cdouble mimesis.\u201d<\/span><span class=\"s1\"> The temptation to abandon oneself to the apparently endless play of folds, \u201creturn to the depths of a world,\u201d<\/span><span class=\"s1\">is strong, but the perception changes suddenly, catapulting the viewer back to the surface time and again, pointing out to him the flatness and materiality of the foil. The change is playful, because every time it turns into a new journey of discovery. A journey from the fold into the imaginary convolutions of vision and back.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Two large, reflective aluminum plates, designed as a diptych in 2011, present an expansive, indeterminate field at their center. What we see will not answer to the description of spot or figure; it has no identifiable color, it does not stand out, it has no experiential consistency, no depth, no place. It is there, because and while it is, in a strange way, not there.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Khano gave this work the title <i>Clearing<\/i>. As broadly defined as many of her titles may be, this one here is very specific. It unmistakably refers to a concept that Martin Heidegger used as a metaphor for truth in his famous 1935 essay on the work of art:<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">\u201cThis denial,\u201d writes Martin Heidegger, \u201cin the form of a double concealment, belongs to the essence of truth as unconcealment.\u201d<\/span><span class=\"s1\"> The double is, on one side, the \u201cfailure,\u201d where the \u201cpresent-at-hand\u201d closes down to the very least, the pure \u201cit is\u201d; and on the other side, it is the in the \u201cblocking\u201d where the \u201cequipment\u201d disappears into the \u201cready-to-hand,\u201d where \u201cbeing\u201d shifts \u201cin front of being.\u201d One can and has used these thoughts of Heidegger\u2019s in the context of media theory. For, just like the essence of being, a medium cannot manifest as itself; it can only be experienced through its content. It is only through such phenomena as disturbance, noise, or interruption that it might possibly show itself as something that comes forward as it draws back.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">With her work <i>Clearing,<\/i> Khano returns to this level once again, this time to turn the process of contemplating categories of existence into a question of the image. We find Heidegger\u2019s double, self-determining movement of appearance and disappearance, vividly referring back to the constellation of visibility and disturbance, to the relationship between transparency and opacity. Heidegger says that blinking is a play of clearing and enveloping.<\/span><span class=\"s1\"> Perhaps it is that, above all.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">With the video <i>Galaxie <\/i>(2007) one is transported to an indeterminate point in the impenetrable blackness of the universe. From out of the depths of space a single point of light moves toward the viewer; it becomes larger, transforms into a figure that revolves and dances, all the while coming closer. At the point where a metallic, gleaming space suit is caught in an unlocatable light source, it transforms into a constellation of reflections and glowing lights, in a sparkle that is translated by movement into sweeping drawings made with light, only to be extinguished at some point.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">It speaks for Khano\u2019s works that they create a kind of \u201ccosmism\u201d that is completely their own. The collages <i>Furnishing my Galax<\/i>y play with the reference to the <i>Cosmic Compositions <\/i>(1917 \/ 18)<i> <\/i>by Kazimir Malevich, while <i>The Sky Is the Limit<\/i> (2010) is like a casual addition to the astro-fantasy architecture and futuristic designs from the late nineteen-sixties. Not least, the way she uses aluminum\u2014which is different from the ways that the material is currently being used by artists such as Anselm Reyle and others\u2014is connected to the preeminent material aesthetics of space travel and the hopes and fantasies tied to it. Ultimately, the works on the theme of <i>Galaxie<\/i>\u2014and with this, I go back to the beginning\u2014can be associated with the historical Metal Dances at the Bauhaus<\/span><span class=\"s1\"> as well as with images of the first moon landing; they refer back to all of the pupated figures, which, one would like to imagine, were the first to \u201ccompletely perceive the rhythm of cosmic excitement.\u201d<\/span><span class=\"s1\"> Bettina Khano continues to dream this dream. Creates new extraterrestrial visions. Subtle, distant, cosmic, and sublime.<\/span><\/p>\n<h6 class=\"p1\"><span class=\"s1\">1 \u201cSatellite,\u201d derived from the Latin word <i>satelles,<\/i> which in German means \u201cbodyguard\u201d or \u201centourage.\u201d<br \/>\n2\u00a0<\/span>Jacques-B\u00e9nigne Bossuet, <i>Sermons,<\/i> Beyrouth 1943, p. 208.<br \/>\n3 For more on this, see Felix Th\u00fcrlemann, \u201cIm Schlepptau des gro\u00dfen Gl\u00fccks. Die doppelte Mimesis bei Albrecht D\u00fcrer,\u201d in <i>Manier, Manieren, Manierismus,<\/i> Erika Greber and Bettine Menke, eds., T\u00fcbingen 2003, pp. 17\u201339.<br \/>\n4 Gottfried Wilhelm Leibniz, \u201cBrief an Antione Arnauld vom 30. April 1687,\u201d in Leibniz, <i>Philosophische Schriften und Briefe, 1683\u20131687,<\/i> Ursula Goldenbaum, ed., Berlin 1992, p. 325.<br \/>\n5 Martin Heidegger, \u201cThe Origin of the Work of Art,\u201d in Basic Writings, London \/ Toronto \/ Sydney 2008, p. 179. Originally published in German as \u201cDer Ursprung des Kunstwerks,\u201d see <i>Holzwege,<\/i> Frankfurt am Main 1994, p. 41.<br \/>\n6 Martin Heidegger, <i>Unterwegs zur Sprache,<\/i> 7th ed., Pfullingen 1982, p. 141.<br \/>\n7\u00a0<i>Metal Dance<\/i> by Oskar Schlemmer was first performed on stage in 1928 \/ 29 by Karla Grosch at the Bauhaus.<br \/>\n8 Kazimir Malevich,<i> Suprematismus. Die gegenstandslose Welt, <\/i>Hans von Riesen, ed., Cologne 1962, p. 254 (translator\u2019s own German to English translation).<\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Licht, Staub, Materie Die Arbeiten von Bettina Khano sind von einer schwer zu beschreibenden, manchmal kaum auszuhaltenden Ferne. Sie ist von der Art wie sie Objekten, deren Objektstatus h\u00f6chst zweifelhaft ist, eignet: eine Erhebung in der W\u00fcste, die Spiegelung einer Wolke auf einer gestillten Meeresoberfl\u00e4che, ein Nebelschwaden, ein Nordlicht. Von dieser Unbestimmbarkeit der Distanz sind [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":503,"menu_order":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-562","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/bettinakhano.de\/start\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/562","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/bettinakhano.de\/start\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"http:\/\/bettinakhano.de\/start\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/bettinakhano.de\/start\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/bettinakhano.de\/start\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=562"}],"version-history":[{"count":42,"href":"http:\/\/bettinakhano.de\/start\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/562\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":937,"href":"http:\/\/bettinakhano.de\/start\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/562\/revisions\/937"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/bettinakhano.de\/start\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/503"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/bettinakhano.de\/start\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=562"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}