Y8
SpanSpace
Y8, Hamburg, 2011
28 observation mirrors, matt spary paint, black paint
SpanSpace
Y8, Hamburg, 2011
28 observation mirrors, matt spary paint, black paint
Die am 24.3.2011 eröffnende Ausstellung SPANSPACE von Bettina Khano ist die zweite Ausstellungsposition einer seit Februar 2011 bei Y8 in Hamburg stattfindenden Ausstellungsreihe mit dem Titel (Re-)locating the Self.
Es ist kein einfaches Unterfangen die Arbeiten Bettina Khanos zu beschreiben, da diese sich auf eine gewisse Art immer wieder einer Form des Beschreibens widersetzen. Ob in Zeichnungen, Fotografien, Skulpturen oder Installationen – immer wieder sieht man sich vor die verschiedenste Aspekte eines (visuellen) Entzugs und vor prozessuale Abläufe gestellt, die um zentrale Themen wie die der Auflösung, der Spiegelung oder der Wahrnehmung als solches zirkulieren. So hat sie beispielsweise Nebelräume geschaffen in denen man sich trotz gleißender Helligkeit verliert oder Fotografien hergestellt, in denen sich das fotografierte Objekt mittels Spiegeln in einer Art Mimikry dem Blick der Betrachter entzieht.
Doch nicht nur die inszenierten Environments oder die betrachteten Objekte sind bei Khano immer wieder am Punkt einer Auflösung, auch der Betrachter selber gerät fortwährend ins Spiel einer sich wieder und wieder aufdrängenden Auseinandersetzung um das Verhältnis von Selbst und Welt. In der Kontinuität von Lösung und Behauptung erziehlt Khano die Möglichkeit einer Verwebung von Welt und Ich, welche der gewohnten Dichotomie entgegensteht.
Ganz im Sinne dieser Fragestellung hat Bettina Khano für die Ausstellung (Re-)locating the Self mit Spanspace ein Konzept entwickelt, welches die Frage nach der behaupteten Position des Selbst thematisiert. Durch die Verwendung zahlreicher gekrümmter Überwachungsspiegel, die im Raum von Y8 verteilt werden, konstruiert Khano ein visuelles Netzwerk, welches uns auf verblüffende Art immer wieder neue Perspektiven auf den Raum eröffnet. Darüber hinaus gerät in diesem dynamisierten Blickgeflecht auch der eigene Körper der Betrachter in eine visuelle Bewegung. Man könnte in diesem Zusammenhang von einem radikalisierten Spiegelstadium sprechen, das nicht nur die Theorien Freud und Lacans in Frage stellt. Auch der Narziss zerfällt in dieser Animation des Raumes. Die Selbstspiegelung wird Anlass über sich hinauszugehen und das Selbst neu zu denken.